Pflanzenöl-Porträt

Sheabutter – Hautpflege vom »heiligen Baum des Lebens«

Vitellaria paradoxa (veraltet: Butyrospermum parkii)

Auszug aus dem Buch „Pflanzenöle“ · Ruth von BraunschweigMit freundlicher Genehmigung des Stadelmann Verlags
Sheabutter raffiniert – weiße Butter in Glasflasche mit Sheanüssen und Blättern
Sheabutter

In der glutheißen zentralafrikanischen Sahelzone, die vom Senegal bis Uganda reicht, wächst der knorrige, bis zu 12 m hohe Sheabaum. Diese Zone wird deshalb auch »Shea-Gürtel« genannt. Man unterscheidet zwei verschiedene Unterarten (subspecies, Abkürzung ssp.): Vitellaria paradoxa ssp. paradoxa wächst vorwiegend in Westafrika; die zweite Unterart, Vitellaria paradoxa ssp. nilotica, vorwiegend in Ostafrika. Letztere hat einen zarteren Duft und ist teurer.

Der Name Shea leitet sich vermutlich von der afrikanischen Bambara-Sprache ab, in der si heilig heißt. Der Baum wird von der bitterarmen Bevölkerung, die unter schwierigsten klimatischen Bedingungen lebt, als heiliger Lebensbaum verehrt. Er darf nicht abgeholzt werden, denn er bietet den Menschen Nahrung und Material für Heilzwecke oder für die Hautpflege. Man bezeichnet den Baum als »Heiligen der Savanne« oder »Baum des Lebens«. Was für symbolträchtige Namen!

Der Sheabutterbaum kann über 100 Jahre alt werden. Bis zu diesem Alter können seine Früchte auch geerntet werden. Es dauert jedoch 20 bis 30 Jahre, bis er seine ersten Früchte trägt. Die aprikosengroßen Beeren enthalten einen kastaniengroßen Kern. Aus diesen Samen wird die Sheabutter gewonnen, ein gelbliches, krümelig-butterartiges Fett mit einem eigentümlichen Geruch. Es wird daher oft desodoriert. In seiner heißen Heimat ist das Fett ölig.

Traditionell wird die Sheabutter, auch Karitébutter genannt, von Frauen hergestellt. Die pflegenden und heilenden Eigenschaften der Sheabutter sind beeindruckend. Sie galt und gilt bei den Einheimischen als bewährtes Hautpflegemittel, das sowohl Kinder als auch Erwachsene verwenden, und das Fett wird dort auch gegessen. Es ist wundheilend, entzündungshemmend und antimikrobiell, und es glättet und beruhigt eine irritierte, entzündliche und trockene Haut.

Bei Pflanzenölen und -fetten stehen immer noch primär die Fettsäuren im Blickpunkt der Forschung. Die Eigenschaften der Fettsäuren allein können jedoch nicht die beeindruckenden Heilwirkungen der Sheabutter auf der Haut erklären, denn das Fett wird vorwiegend von der unspektakulären gesättigten Stearinsäure (ca. 45 %) und der einfach ungesättigten Ölsäure (ca. 49 %) geprägt.

Die Bäume sind Überlebenskünstler, die intensive Hitzeperioden und schwüle Wärme ertragen müssen. So haben sie vermehrt Schutz- und Kampfstoffe (die UVS oder Fettbegleitstoffe) gebildet, um das kostbare Fett optimal zu schützen und dem kleinen Keimling einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Diese gleichen Stoffe sind exzellente Schutzstoffe für unsere Haut.

Die Sheabutter ist somit ein kostbares Highlight in der Hautpflege. Im Vergleich zu anderen Pflanzenfetten und -ölen hat sie einen sehr hohen Anteil an wertvollen Begleitstoffen wie Phytosterole, Polyphenole, Vitamin-E-Komplex, Triterpenalkohole und viele flüchtige, geruchlich aktive Verbindungen. Sie wirken als Zellschutzmittel und werden gemeinsam mit den Fettsäuren gut in die Hautbarrieren integriert. So schützen sie die Haut vor Feuchtigkeitsverlust.

Häufig wird behauptet, dass Sheabutter Allantoin enthalte. Dieses wurde jedoch nie in der Butter nachgewiesen und das ist aufgrund fehlenden Fettlöslichkeit des Allantoins auch nicht zu erwarten.

Die Sheabutter übt einen positiven Effekt auf das kollagene Gewebe der Lederhaut aus. Denn bestimmte Triterpenole können proteinabbauende Enzyme hemmen, die kollagene und elastische Fasern abbauen. So kann Sheabutter einer vorzeitigen Hautalterung und Faltenbildung vorbeugen.

Doch das ist noch nicht alles. Gemeinsam mit den vielen flüchtigen, geruchlich aktiven Stoffen schützt Sheabutter vor Schädigungen durch UV-Strahlen und wirkt vorbeugend gegen Hautkrebs. Die UVS sind Radikalfänger sowie Blocking und Suppressing Agents.

Die Phytosterole machen die Haut streichelweich und zart. Auch die empfindliche und zu Irritationen neigende Haut profitiert. Studien belegen, dass ein Triterpenalkohol (das Lupeol) hautberuhigend und anti-irritativ wirkt.

Geeignet für folgende Anwendungen

Zitiert nach Ruth von Braunschweig: Pflanzenöle. Über 50 starke Helfer für Genuss und Hautpflege!. Stadelmann Verlag, 2025. ISBN 978-3-943793-68-0 – Mit freundlicher Genehmigung des Stadelmann Verlags.

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Quellennachweis

Ruth von Braunschweig: Pflanzenöle. Über 50 starke Helfer für Genuss und Hautpflege!. Stadelmann Verlag, 2025. ISBN 978-3-943793-68-0

PFLANZENÖLE - Ruth von Braunschweig
ISBN 978-3-943793-68-0
Stadelmann Verlag
9. Auflage 2025
www.stadelmann.verlag.de

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