Pflanzenöl-Porträt

Mandelöl – Klassiker in der Hautpflege

Süßmandel: Prunus dulcis var. dulcis
Bittermandel: Prunus dulcis var. amara

Auszug aus dem Buch „Pflanzenöle“ · Ruth von BraunschweigMit freundlicher Genehmigung des Stadelmann Verlags
Reihe blühender Mandelbäume in einer Plantage
Mandelbäume werden in Europa vor allem in Spanien kultiviert.

Seit Jahrtausenden wird der Mandelbaum in Asien gehegt und gepflegt. Schon in der Antike war das Öl der Mandeln ein Bestseller in der Schönheitspflege. Es wird durch Pressen von zwei Varietäten gewonnen: aus der Süßmandel (Prunus dulcis var. dulcis) und aus der Bittermandel (Prunus dulcis var. amara). Sie unterscheiden sich in ihrem Gehalt an Amygdalin, einer Verbindung, die zum einen den bitteren Geschmack ausmacht und außerdem hochgiftig ist, denn sie wird durch Enzyme in Blausäure umgewandelt.

Normalerweise wird Mandelöl durch Kaltpressung aus den reifen Samen der bitteren und der süßen Mandeln gewonnen. Nur reines süßes Mandelöl ist frei von Amygdalin. Wenn Sie unsicher sind, weil das Öl auf der Flasche nicht ausdrücklich als »Süßes Mandelöl« deklariert ist, kaufen und verwenden Sie es einfach nicht! Zwar wird von den bekannten Fettöllieferanten für die Aromatherapie Bittermandelöl grundsätzlich gar nicht angeboten. Aber vergewissern Sie sich dennoch und lesen Sie die Produktkataloge der Firmen aufmerksam.

Mandelöl hat ein ähnliches Fettsäuremuster wie Aprikosenkernöl. Beide Öle sind von einem hohen Tocopherolgehalt geprägt. Mandelöl enthält jedoch hauptsächlich alpha-Tocopherol, das eine starke Vitamin-E-Aktivität besitzt und damit besonders hautschützend ist. Obwohl Mandelöl in der Kosmetik und der Hautpflege weit verbreitet ist, haben wir heute auch gute Alternativen, wie z. B. Aprikosenkern-, Pfirsichkern- oder Pflaumenkernöl.

Mandelöl hat sich zum Klassiker in der Naturkosmetikindustrie entwickelt. Das Fettmuster wird von einem hohen Ölsäuregehalt geprägt. In Kombination mit Phytosterolen, Squalen und Spurenelementen beeinflusst das Öl zahllose Stoffwechselprozesse der Haut. Es dringt tief in die Haut ein und durchfettet und pflegt sie. Die Haut fühlt sich weich und geschmeidig an.

Das Öl mit seinen reizlindernden, pflegenden und schützenden Eigenschaften hilft vor allem bei trockener und empfindlicher Haut. Durch regelmäßige Anwendung verliert sie ihre Sprödigkeit, Schuppung und Juckreiz lassen nach.

Die gute Akzeptanz bei empfindlicher Haut und sein dezenter, angenehmer Duft haben das Mandelöl zum beliebtesten Massage- und Basisöl in der Aromapflege werden lassen, von der Babyhaut bis zur reifen Haut. Der Duft ätherischer Öle entfaltet sich in Mischungen mit Mandelöl sehr gut.

Noch unreife Mandelfrüchte
Noch unreife Mandelfrüchte

Zitiert nach Ruth von Braunschweig: Pflanzenöle. Über 50 starke Helfer für Genuss und Hautpflege!. Stadelmann Verlag, 2025. ISBN 978-3-943793-68-0 – Mit freundlicher Genehmigung des Stadelmann Verlags.

Passende AOT-Produkte

Diese AOT-Rohstoffe passen zu diesem Pflanzenöl – in Bio-Qualität und mit vollständiger Dokumentation.

Verwandte Pflanzenöle

Alle Pflanzenöl-Portraits
Alle Pflanzenöl-Portraits von A–Z 6 Portraits
Quellennachweis

Ruth von Braunschweig: Pflanzenöle. Über 50 starke Helfer für Genuss und Hautpflege!. Stadelmann Verlag, 2025. ISBN 978-3-943793-68-0

PFLANZENÖLE - Ruth von Braunschweig
ISBN 978-3-943793-68-0
Stadelmann Verlag
9. Auflage 2025
www.stadelmann.verlag.de

Zum Buch beim Verlag