Forschung & Entwicklung

Sonnenblumen-Presskuchen: Stabilisator statt Emulgator

Native Sonnenblumen-Presskuchen wurden hinsichtlich ihrer Fettbindung, Viskosität und chemischen Zusammensetzung untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sie keine emulgierenden Eigenschaften besitzen, jedoch Fett und Wasser gut binden und dadurch als Stabilisatoren in Lebensmittelanwendungen eingesetzt werden können.

06.10.2026 1 Min. Lesezeit
Laborarbeitsplatz mit Ölflasche, cremiger Emulsion und Gläsern mit Sonnenblumen-Presskuchen

Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wurde untersucht, ob native Sonnenblumen-Presskuchen der heutigen AOT GmbH als Emulgatoren für Lebensmittel eingesetzt werden können. Dazu wurden verschiedene Sonnenblumen-Presskuchen hinsichtlich ihrer Fettbindung, ihres Fließverhaltens sowie ihrer chemischen Zusammensetzung analysiert. Zusätzlich wurden Brotaufstriche und Salatdressings hergestellt, um mögliche Anwendungsbereiche zu prüfen.

Die Untersuchungen zeigten Proteingehalte von 48,7 % bis 56,7 % der Trockensubstanz. Besonders auffällig war die ausgeprägte Fähigkeit der untersuchten Presskuchen, Fett und Wasser aufzunehmen. Eine emulgierende Wirkung konnte dagegen nicht nachgewiesen werden. Die ursprüngliche Annahme, dass native Sonnenblumen-Presskuchen als Emulgatoren eingesetzt werden können, bestätigte sich somit nicht. Gleichzeitig zeigten die Ergebnisse jedoch, dass die Rohstoffe aufgrund ihrer Fett- und Wasserbindung eine stabilisierende Wirkung besitzen. Auf dieser Grundlage konnten Brotaufstriche und Salatdressings hergestellt werden, bei denen die Sonnenblumen-Presskuchen zur Strukturgebung beitrugen.

Die Arbeit zeigt, dass native Sonnenblumen-Presskuchen nicht als Emulgatoren, wohl aber als Stabilisatoren in Lebensmittelanwendungen eingesetzt werden können. Damit liefert sie wichtige Erkenntnisse zur funktionellen Nutzung proteinreicher Sonnenblumen-Rohstoffe.

 

Quelle: Jasmin Schneele, Bachelorarbeit „Technologische Charakterisierung von proteinreichen Sonnenblumen-Presskuchen als Emulgator in der Lebensmittelindustrie“, 2013.

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